Persönlichkeiten
 
Friedrich Römer
1794–1864

Kriegsrat - Landtagsabgeordneter - Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Justizminister - Präsident der württ. Abgeordnetenkammer - Rechtskonsulent

Am 4. Juni 1794 im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus, dem Jetzigen Bürgerhaus in Erkenbrechtsweiler geboren. Ausführliche Informationen zum Leben von Friedrich Römer gibt es in dem Band "Lebensbilder aus Schwaben und Franken", 16. Band. von Robert Uhland W. Kohlhammerverlag Stuttgart 1986.     Mehr

Martin Nicolaus
09. Juni 1870–11. Februar 1945

Landschaftsmaler und Liebhaber der Schwäbischen Alb


Er stammte aus Neumarkt, unweit von Breslau, und hatte auf der handwerklichen Basis eines Porzellanmalers begonnen. Mit 35 Jahren siedelte er nach Stuttgart an die dortige Akademie über. Seit 1912 öfter in Erkenbrechtsweiler. 1937 Wandbild im alten Schulhaus und im Rathaus in Erkenbrechtsweiler. Nach der Zerstörung des Heims in Stuttgart und zahlreicher Werke im Zweiten Weltkrieg Umzug nach Erkenbrechtsweiler, wo er am 11. Februar 1945 starb. Wandmalereien, Landschaftsbilder der Schwäbischen Alb. Seine Auftragsarbeiten in Friedrichshafen, im ehemaligen "Wartesaal zweiter Klasse" im Hauptbahnhof Stuttgart, in der Tübinger Universitätsaula, im Krankenhaus Münsingen und im Rathaus Trossingen haben ihm Ansehen verschafft. Leider ist auch das große Panorama von Rio de Janeiro im Zeppelinmuseum in Friedrichshafen ein Opfer der Zerstörungen des Krieges geworden, aber von seinen Tafelbildern sind noch etliche im Besitz der Stadt Stuttgart und im Museum der bildenden Künste.

August Lämmle
03. Dezember 1876 - 08. Februar 1962
  

Der schwäbische Mundartdichter August Lämmle wurde am 3. Dezember 1876 in Oßweil bei Ludwigsburg geboren und starb 1962.

August Lämmle war ausgebildeter Volksschullehrer. In den Jahren 1891 bis 1896 absolvierte er seine Lehre in Esslingen und Nürtingen, danach übte er seine Lehrertätigkeit überall dort im Land aus, wo es freigewordene Lehrerstellen gab.
Insgesamt 14 Jahre war er als Lehrer tätig, u.a. auch in Cannstatt, Göppingen und Ulm. 1897 im württembergischen Volkschuldienst
in
Erkenbrechtsweiler. Hier war er ab November
1897 in seiner zweiten Lehrerstelle kurzfristig als unständiger Lehrer tätig. So ganz nebenbei wirkte er an einer Tages-Fortbildungs-Schule, versah den Organistendienst und war Leiter einer Darlehenskasse und eines Gesangsvereins.

Durch das Württembergische Kultusministerium wurden Lämmle nach dem Ersten Weltkrieg besondere Aufgaben zugewiesen, er übernahm die Cannstatter Volkshochschule und war Mitarbeiter im Verein der Volksbildung. Die Verantwortung für das Landesamt für Denkmalpflege übernahm er 1923. Als Volkskundler sammelte und veröffentlichte er dabei Redensarten, Sagen, Flurnamen, Sprichwörter und Volkslieder. "Das Herz der Heimat", ein Schwabenbuch für ausgewanderte Schwaben, verfasste er 1925 gemeinsam mit Hans Reyhing. Da Lämmle auch Mitglied im Schwäbischen Sängerbund war, schrieb er 1956 ein Buch über Friedrich Silcher.

Der unermüdliche Schreiber August Lämmle verfasste folgende Werke: 1909: "Die Schorndorfer Heimatkunde" 1913: "Schwobabluat" 1914: "Obiges Brot" 1916: "Spinnstuben-Geschichten" 1917: "Bunte Geschichten" 1918: "Junker Goldmacherlein und andere Erzählungen" 1919: "Sonntich" 1922: "Schwobaspiegel" und "Das Geschichtenbuch" 1925: "Unser Volkstum" 1926: "Sonnenstrauß" und "Das alte Kirchlein" 1931: "Bilder aus Württembergs Vergangenheit und Gegenwart" 1936: "Schwäbisches und Allzuschwäbisches" 1937: "Reise ins Schwabenland" 1938: "Es leiselet im Holderbusch" und "Schwäbische Gedichte" 1939: "Der Herrgott in Allewind" 1940: "Der Sebulon" 1944: "Es scheinen die Sterne so hell" 1948: "Ein kleines Geschenk" 1950: "Das ist mein Land" 1951: "Unterwegs" 1953: Der goldene Boden" 1956: "Greif zu mein Herz" und "Ich schaue von außen durchs Fenster" 1957: "Schwäbische Miniaturen" 1959: "Menschen...nur Menschen" 1960: "Ludwigsburger Erinnerungen" 1961: "Fünfundachtzig mal um die Sonne gefahren".

Die letzten Jahre seines Lebens war Lämmle Professor und lebte in Leonberg. Als im Zweiten Weltkrieg seine Cannstatter Wohnung zerstört wurde, zog er 1944 mit seiner Frau in sein vom Architekten Paul Heim erbautes Haus im Glemstal, wo er dann 1962 verstarb.

August Lämmle, der sich als Mundartdichter dem Alltäglichen widmete, musste in seinem Leben einige schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Seine Tochter verstarb noch als Kind, ein Sohn verlor sein Leben in den Bergen, der andere Sohn starb an einer Blinddarmoperation.

Wie sagte doch Lämmle, der seine Schwaben in- und auswendig kannte,  doch so treffend: "Mei Schwobaländle ist mein Stolz...und dass a Schwob i ben, uf das bild i mir ebbes ei...".
Theodor Heuss sagte mal über August Lämmle: "An der schwäbischen Seelenkunde haben sich viele versucht...August Lämmle - der hat wohl das Beste und Farbigste darüber gesagt".
Dem ist rein gar nichts hinzuzufügen!

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Diese Seite wurde zuletzt am 23.05.2007 bearbeitet.
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